Aktuelles 2016

22.12.2016
40.000 Zertifikate „Qualifizierte Kindertagespflegeperson“ vergeben

Kurz vor Weihnachten konnte der Bundesverband für Kindertagespflege wieder ein Jubiläum begehen. Am 15. Dezember wurde Herrn André Rosemann, Tagesvater aus Dresden, das 40.000 Zertifikat „Qualifizierte Kindertagespflegeperson“ überreicht.

Die Übergabe erfolgte durch die Bundesvorsitzende Inge Losch-Engler.

Dr. Frank Pfeil, Staatssekretär im sächsischen Kultusministerium, würdigte die Qualifikation der Absolventinnen und Absolventen in seinem Grußwort und überbrachte die Glückwünsche des Kultusministeriums. Gratulationen erhielten die frisch gebackenen Tagesmütter und Tagesväter auch von Juliane Vogt, Geschäftsführerin von Sachsen Innovativ.

Seit 2004 vergibt der Bundesverband die Zertifikate an Absolventinnen und Absolventen der Qualifizierungskurse zur Kindertagespflegeperson. Dabei kooperiert er mit rund 300 Bildungsträgern. In Dresden war dies die Akademie für zugewandte Pädagogik.

André Rosemann gehört zu denen, die bereits die Qualifizierung nach dem Kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuch (QHB) erwerben. Sie besteht aus 160 Stunden tätigkeitsvorbereitendem und 140 Stunden tätigkeitsbegleitendem Unterricht.

Inge Losch-Engler erklärte dazu: „Ich gratuliere André Rosemann und den anderen Absolventinnen und Absolventen. Die neue Qualifizierung nach dem QHB trägt dazu bei, die Professionalität der Kindertagespflege zu stärken und sie als echten Beruf zu etablieren“.

Dr. Frank Pfeil, Staatssekretär im sächsischen Kultusministerium (2.v.l.),
Inge Losch-Engler (Mitte)

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14.12.2016
Bund fördert 100.000 zusätzliche Plätze in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege

Das Bundeskabinett hat das "Gesetz zum weiteren quantitativen und qualitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung" auf den Weg gebracht, mit dem 100.000 zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder bis zum Schuleintritt geschaffen werden sollen.

Lesen Sie mehr in der aktuellen Meldung des BMFSFJ.

12.12.2016
Kindertagesbetreuung regional 2016 - Betreuungsstatistik von Bund und Ländern erschienen

Aus der heutigen Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes:

WIESBADEN – Mit 61,8 % hatte der brandenburgische Landkreis Spree-Neiße zum Stichtag 1. März 2016 die bundesweit höchste Betreuungsquote für Kinder unter 3 Jahren. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, wurden in 66 der 77 ostdeutschen Landkreise und kreisfreien Städte (einschließlich Berlin) mehr als 50 % aller Kinder unter 3 Jahren in einer Tageseinrichtung oder in Tagespflege betreut. Die geringste Betreuungsquote wies der Landkreis Berchtesgadener Land in Bayern mit 14,3 % auf.
Bei der Zahl der Kinder in Kindertagesbetreuung handelt es sich um tatsächlich zum Stichtag 1. März 2016 betreute Kinder.
Bei den Kindern im Alter von 2 Jahren hatten 75 von 77 ostdeutschen Kreisen eine Betreuungsquote von mindestens 80 %. Dieser Wert wurde in Westdeutschland nur von 3 der insgesamt 325 Kreise erreicht. Den höchsten Anteil an 2-jährigen Kindern in Kindertagesbetreuung an allen Kindern in diesem Alter gab es im brandenburgischen Kreis Elbe-Elster (99,9 %).
Bei den 1-jährigen Kindern lag in den ostdeutschen Landkreisen und kreisfreien Städten die Betreuungsquote Anfang März 2016 in fast allen Kreisen (in 76 von 77 Kreisen) bei mindestens 50 %. Dagegen gab es angeführt von Heidelberg (62,7 %) insgesamt nur 5 westdeutsche Kreise und kreisfreie Städte mit einer entsprechend hohen Quote. Die bundesweit höchste Quote bei den 1-jährigen Kindern wies die Stadt Frankfurt (Oder) mit 84,5 % auf.
Eine geringe Rolle spielte die Betreuung von Kindern unter 1 Jahr. Hier lag die Betreuungsquote in Ostdeutschland bei 3,9 % und in Westdeutschland bei 2,2 %.
Diese und weitere Informationen zur Kindertagesbetreuung gehen aus der gemeinsamen Veröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder „Kindertagesbetreuung regional 2016“ hervor, die Daten zur Situation der Kindertagesbetreuung in allen 402 Stadt- und Landkreisen in Deutschland zur Verfügung stellt.

Hier geht es zur Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes.

07.12.2016
Kita-Qualität in Deutschland – Was wünschen sich Eltern?

Eltern wünschen sich bundesweit verbindliche Qualitätsstandards für Kindertageseinrichtungen. In einer repräsentativen Studie der Bertelsmann Stiftung spricht sich eine große Mehrheit der Mütter und Väter dafür aus, Personalschlüssel, Verpflegung und Ausbildung der Fachkräfte für ganz Deutschland einheitlich zu regeln. Mehr Qualität ist vielen Eltern etwas wert: Rund die Hälfte der Eltern wäre bereit, für bessere Kitas auch selbst mehr zu zahlen. Infratest dimap hatte für die Studie 4.437 Eltern befragt, deren Kinder derzeit eine Kita besuchen.

86 Prozent der Eltern fordern einheitliche Regelungen, für wie viele Kinder eine Erzieherin zuständig sein darf. Derzeit  gibt es große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Kindgerechte Personalschlüssel gewährleisten lediglich Baden-Württemberg und Bremen. Nach Empfehlungen der Bertelsmann Stiftung sollte eine Erzieherin höchstens drei Kinder unter drei Jahren bzw. 7,5 Kinder ab drei Jahren betreuen. In den ostdeutschen Bundesländern hingegen ist die Personalausstattung zum Teil nicht einmal halb so gut wie erforderlich. Daher verwundere es nicht, so Stiftungsvorstand Jörg Dräger, dass im Osten die Forderung nach einheitlichen Personalschlüsseln sogar 93 Prozent der Befragten unterstützen: "Eltern möchten für ihre Kinder überall die gleichen guten Bildungschancen, unabhängig vom Wohnort", sagt Dräger.

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21.11.2016
Das Bundesfinanzministerium informiert

Das Bundesfinanzministerium hat eine neue Information zur steuerlichen Behandlung der Kindertagespflege herausgegeben. Die bisherigen Regelungen wurden differenziert, eine Regelung zur steuerlichen Behandlung von Zahlungen in Ausfallzeiten mit aufgenommen.

Das Schreiben des BMF vom 11.11.2016 kann hier heruntergeladen werden.

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15.11.2016
Zwischenbericht zum Prozess der Qualitätsentwicklung vorgestellt

Auf der heutigen Konferenz „Frühe Bildung – Mehr Qualität für alle Kinder“ wurde der Zwischenbericht 2016 von Bund und Ländern „Frühe Bildung weiterentwickeln und finanziell sichern“ vorgestellt. Er benennt erstmalig gemeinsame Handlungsziele zur Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung.

Auch mit der Kindertagespflege wurde sich im Rahmen dieses Prozesses befasst.  Der Bundesverband für Kindertagespflege war bei den Expertendialogen mit Bund und Ländern vertreten.In Kapitel 8 werden Maßnahmen für die Kindertagespflege ausgeführt.

Umfangreiche Dokumentationen, den Bericht und weitere Materialien sind auf der Internetseite "Frühe Chancen" zu finden.

20.10.2016
Bundesgerichtshof: Kommune haftet, wenn kein Betreuungsplatz vorhanden ist

Der Bundesgerichtshof hat sich heute in mehreren Entscheidungen mit der Frage befasst, ob Eltern im Wege der Amtshaftung (§ 839 Abs. 1 Satz 1 BGB* in Verbindung mit Artikel 34 Satz 1 GG**) den Ersatz ihres Verdienstausfallschadens verlangen können, wenn ihren Kindern entgegen § 24 Abs. 2 SGB VIII*** ab Vollendung des ersten Lebensjahres vom zuständigen Träger der öffentlichen Jugendhilfe kein Betreuungsplatz zur Verfügung gestellt wird und sie deshalb keiner Erwerbstätigkeit nachgehen können.

Ein Verschulden der beklagten Kommune muss aber noch geprüft werden. Näheres ist in der heutigen Pressemitteilung des BGHs zu finden.

04.10.2016
Interkulturelle Lebens(t)räume in Freiburg

Interkulturelle Lebens(t)räume in Freiburg

Neben der Evangelischen Hochschule Freiburg war der Bundesverband für Kindertagespflege in diesem Jahr Kooperationspartner des Pestalozzi-Fröbel-Verbandes für die Bundestagtagung. Thema der Veranstaltung am 23. und 24. September im ebenso idyllischen wie multikulturellen Freiburg war „Lebens(t)räume im interkulturellen Dialog“.

Schon in der gemeinsamen Eröffnung machten die pfv-Vorsitzende Eva Hammes-Di Bernardo und die Vorsitzende des Bundesverbandes für Kindertagespflege, Inge Losch-Engler, deutlich, dass es um Bedürfnisse und Rechte von Kindern gehe, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus, ihrer Herkunft, Kultur oder Religion. Inge Losch-Engler freute sich, dass bei der Bundesfachtagung die Kindertagespflege mitgedacht und integriert werde.

Rund 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet waren nach Freiburg gekommen. Im Hauptvortrag von Prof. Dr. Heidi Keller ging es um den pädagogischen Auftrag im interkulturellen Dialog und die Frage, welche Qualität gewollt ist. Eine multikulturelle Realität bedeutet auch unterschiedliche Vorstellungen was pädagogische Qualität ist. Dabei fördert das derzeitige Qualitätsverständnis gerade die Gruppen nicht optimal, die es am nötigsten haben.  Lebens(t)räume schaffen bedeutet ein radikales Umdenken und Zulassen von Diversität.

In den parallelen Focusgruppen am Freitag stellte Ilka Ruhl, wissenschaftliche Referentin des Bundesverbandes, das seit Juni laufende Projekt „Kinder mit Fluchterfahrung in der Kindertagespflege“ vor, in dem Material für Jugendämter, Fachberatungen und Tagespflegepersonen erarbeitet wird. Dabei konnten durch die unterschiedlichen beruflichen Kontexte der Teilnehmer/-innen auch neue Anregungen für das Projekt selbst gewonnen werden.

Auch am Samstag gab es verschiedene Focusgruppen. Bundesvorstandsmitglied Johanna Meißner und Theresa Köckeritz von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung stellten die Frage, wie Vielfalt in Kita und Kindertagespflege erlebt und gestaltet werden kann. Dabei ergab sich beispielsweise der Wunsch, die Gestaltung von Räumen individueller und partizipativer zu organisieren. „Norm-Kitas“ mit Standardeinrichtungen sind das genaue Gegenteil von Vielfalt und Teilhabe. Ein Teilnehmer formulierte es so: „Wir holen die Welt von Draußen in eine normierte Innenwelt und versuchen dann, darin die Vielfalt der Welt aufzuzeigen“.

Abschließend zeigte Hamad Nasser, Leiter des pfv-Mehrgenerationenhauses Schöneberg gelungene Beispiele interkultureller Arbeit in Berlin auf.

Damit von der Tagung auch ein Signal an Politik und Gesellschaft ausgeht, war im Vorfeld die sog. „Freiburger Erklärung“ zwischen den Kooperationspartnern abgestimmt worden. Die Erklärung fordert den freien Zugang zu Bildung von Anfang an, die Sicherung der gesundheitlichen Versorgung, das Recht auf Partizipation und Information und die soziale Sicherung und Teilhabe für alle Kinder, die zu uns kommen.

Mit diesem Appell, den die Stellv. Pfv-Vorsitzende Gabriele Ivo verlas, ging eine erfolgreiche und anregende Tagung zuende.

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28.09.2016
Wieder mehr Kinder unter 3 Jahren in Kindertagesbetreuung

Die Zahl der Kinder unter 3 Jahren in Kindertagesbetreuung ist zum 1. März 2016 gegenüber dem Vorjahr um rund 26 200 auf insgesamt knapp 719 600 Kinder gestiegen. In Kindertagespflege waren 5.164 Kinder mehr in Betreuung als im Vorjahr. Dabei ist die Anzahl der Kindertagespflegepersonen erneut um 637 zurückgegangen.

Der Trend scheint ungebrochen: Jährlich werden mehr Kinder in Kita und Kindertagespflege betreut. Die Anzahl der Kindertagespflegepersonen sinkt - nicht stark, aber stetig.

Die Zahlen vom 01. März 2016 sind beim Statistischen Bundesamt unter destatis abrufbar.

26.09.2016
Jugendhilfeträger muss private Zuzahlungen von Eltern an Tagesmutter für Kinderbetreuung erstatten

Eltern können Jugendhilfeträger zur Zuweisung eines zuzahlungsfreien Tagespflegeplatzes auffordern

Das Verwaltungsgericht Darmstadt hat entschieden, dass der Landkreis Darmstadt-Dieburg den Eltern die privat gezahlten Beträge erstatten muss, die diese an die Tagesmutter im Rahmen eines Betreuungsvertrages zu entrichtet hatten.

Im konkreten Fall ging es letztlich um die Zuzahlung von einem Euro für jede Betreuungsstunde, die die Tagesmutter neben den Zahlungen des Jugendhilfeträgers von den Eltern zusätzlich erhielt.

Nicht alle Zusatzbeiträge sind erstattungsfähig

Das Verwaltungsgericht Darmstadt stellt in seiner Entscheidung allerdings klar, dass nicht alle Zusatzbeiträge erstattungsfähig sind. Dies gelte insbesondere für Zusatzleistungen, wie beispielsweise Verpflegungskosten. Außerdem blieben die Eltern nach wie vor verpflichtet, die Beträge, die für die Betreuung der Kinder durch eine Tagesmutter aufgrund einer Satzung festgelegt seien, selbst zu zahlen, sofern sie nicht ausnahmsweise hiervon befreit seien.

Eltern können nur gegen Zusatzbeträge arbeitende Tagesmütter ablehnen

Weiter stellt das Verwaltungsgericht klar, dass die Eltern die Betreuung durch Tagesmütter, die einen Zusatzbetrag verlangen, ablehnen können. Denn der Träger der Jugendhilfe erfülle seinen Anspruch auf Bereitstellung eines Kinderbetreuungsplatzes aus § 24 Abs. 2 SGB VIII nicht, wenn die von ihm nachgewiesene Tagesmutter zur Übernahme der Betreuung nur gegen eine private Zuzahlung seitens der Eltern des zu betreuenden Kindes bereit sei.

Ausbleibende Zuweisung eines zuzahlungsfreien Tagespflegeplatzes kann zu Kostenerstattungsanspruch der Eltern gegenüber Jugendhilfeträger führen

Könne der Jugendhilfeträger keine Tagesmutter zur Verfügung stellen, die ohne Zuzahlung arbeite, so hätten die Eltern gegen den Jugendhilfeträger einen Anspruch auf Übernahme der privaten Zuzahlungen. In der Praxis können daher Eltern, die private Zuzahlungen an Tagesmütter leisten, den Jugendhilfeträger um Zuweisung eines zuzahlungsfreien Tagespflegeplatzes auffordern. Ist dieser hierzu nicht in der Lage oder kommt er der Aufforderung nicht nach, so kann dies zu einem Kostenerstattungsanspruch der Eltern gegenüber dem Jugendhilfeträger führen.

Verwaltungsgericht Darmstadt, Urteil vom 13.09.2016
5 K 404/14.DA -, zitiert aus kostenlose-urteile.de vom 26.09.2016

20.09.2016
Landesverband für Kindertagespflege Mecklenburg- Vorpommern gründet sich

Am 10. September 2016 hat sich in Schwerin der Landesverband für Kindertagespflege Mecklenburg-Vorpommern gegründet.

Dazu erklärte die Vorsitzende des Bundesverbandes für Kindertagespflege e.V., Inge Losch-Engler: „Ich freue mich sehr über die Gründung und gratuliere der neuen Vorsitzenden Susanne Kuhlmann und ihrem Team. Es ist toll, dass die Kindertagespflege nun auch im Norden eine Fürsprache bekommt. Ich bin sicher, dass der neue Verband dem Bundesverband beitreten wird. Wir werden gern bei den ersten Schritten behilflich sein. Mein Dank gilt auch Carsten Spies und Michael Steinsiek, die bei der Gründung tatkräftig geholfen haben.“

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 1.250 Tagespflegepersonen, die 4.235 Kinder bis zu drei Jahren betreuen. Außerdem werden auch Kinder über drei Jahren betreut.

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14.09.2016
Beirat des Bundesverbandes für Kindertagespflege gegründet

Am 9. September trat der neu gegründete Beirat des Bundesverbandes für Kindertagespflege zu seiner konstituierenden Sitzung in Berlin zusammen. Zum Vorsitzenden des Gremiums, das den Bundesverband beraten und zukünftige Entwicklungen der Kindertagespflege diskutieren soll, wurde Prof. Dr. Gabriel Schoyerer gewählt.


Die Bundesvorsitzende Inge Losch-Engler erklärte dazu: „Ich bin sehr froh, dass wir nun einen Beirat aus sehr profilierten Persönlichkeiten verschiedener Berufe haben. Die interdisziplinäre Herangehensweise ermöglicht es, Entwicklungen in der Kindertagespflege von verschiedenen Seiten zu betrachten und Ideen für eine bessere Qualität der frühkindlichen Betreuung zu entwickeln.
Ich danke den Mitgliedern des Beirates für die lebhafte und konstruktive Diskussion, die sich bereits in der ersten Sitzung gezeigt hat“.


Die Mitglieder des Beirates sind:
Dr. Elisabeth Benterbusch, Wiss. Dienst des Deutschen Bundestages
Ingrid Fischbach, Mitglied des Bundestages
Dieter Gerber (Stellv. Vorsitz), Stellv. Bundesvorsitzender
Maria-Theresia Münch, Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge
Dr. Eitel-Siegfried Samland, Staatl. Fachschule für Sozialpädagogik Hamburg
Prof. Dr. Gabriel Schoyerer (Vorsitz), Kath. Stiftungsfachhochschule München
Prof. Dr. Stefan Sell, Hochschule Koblenz, Campus Remagen
Gabriele Stein, Ev.-luth. Kindertagesstättenverband Lüneburg
Mirjam Taprogge-Essaida, Rechtsanwältin und Mediatorin
Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard Wiesner, Rechtwissenschaftler, Ministerialrat a.D.

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11.07.2016
Neues Projekt am Start: Kinder aus Familien mit Fluchterfahrungen in der Kindertagespflege

Die Kindertagespflege wird aufgrund der großen Zahl von Flüchtlingen zukünftig verstärkt Kindern und Familien mit Fluchterfahrungen begegnen. Für das laufende Jahr wird mit einer Größenordnung von bis zu 80.000 Kindern von 0-6 Jahren zu rechnen sein.

Auch Eltern, die gemeinsam mit ihren Kindern aus ihrer Heimat geflüchtet sind oder die während der Flucht bzw. mit einem unsicheren Status als Flüchtling in Deutschland Kinder bekommen, können die Kindertagespflege als eine Form der Kindertagesbetreuung wahrnehmen. Der überschaubare und familiäre Rahmen mit wenigen Kindern bietet für sie vielfältige Entwicklungschancen. Für manche Kinder könnte die Kindertagespflege die geeignetere Form der Betreuung sein.

Für Kindertagespflegeperson bedeutet das u.U. eine besondere Herausforderung. Der Bundesverband für Kindertagespflege befasst sich im Rahmen eines Projekts mit dieser Thematik. Es werden Materialien erarbeitet und Beratung für Kindertagespflegepersonen und die Fachberatung angeboten.

Zudem werden für Eltern und die im Helfersystem der Menschen mit Fluchthintergrund Tätigen (z.B. Sozialbetreuer/-innen) Informationen und Beratung zur Kindertagespflege als Form der Kindertagesbetreuung zur Verfügung gestellt.

Die Projektlaufzeit ist von Juni 2016 bis Dezember 2018. Wir freuen uns sehr über unsere neuen Kolleginnen Ilka Ruhl und Michaela Hennigs, die beim Bundesverband schwerpunktmäßig für dieses Projekt mitarbeiten werden. Weitere Informationen sind auf unserer Homepage zu finden, die fortlaufend aktualisiert wird.

Hier finden Sie mehr zum Thema Kinder mit Fluchthintergrund.

05.07.2016
Neuberechnung der Leistungen für Tagesmütter

Aus einer Pressemitteilung des VG Aachen vom 05.07.2016:

Das VG Aachen hat entschieden, dass die Stadt Aachen die Leistungen für Tagesmütter neu berechnen muss.

Damit hat es der Klage einer Tagesmutter aus Aachen weitgehend entsprochen.

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts ist die in den Richtlinien der Stadt Aachen vorgesehene Geldleistung für Tagesmütter nicht leistungsgerecht. Die Bildung gestaffelter Zeitkorridore führe dazu, dass die Vergütung einer Tagesmutter pro Stunde stark divergiere. Es erscheine unter dem Gesichtspunkt der Leistungsgerechtigkeit nicht hinnehmbar, wenn beispielsweise eine Tagesmutter für die Betreuung eines Kindes im Umfang von 110 Stunden im Monat das gleiche Entgelt erhalte wie eine Kollegin, die ein Kind nur 91 Stunden im Monat betreue. Die Betreuung im Umfang von 110 Stunden bedeute eine Mehrarbeit von 19 Stunden im Monat – das seien rund 20% –, ohne dass sie entsprechend bezahlt werde.

Darüber hinaus rügt das Gericht die Höhe der Geldleistung, soweit sie zur Anerkennung der Förderungsleistung gezahlt wird. Zwar habe die Stadt Aachen diesen Anteil der Geldleistung nicht konkret bemessen, was die Kammer allerdings für erforderlich hält. Dieser Anteil lasse sich jedoch durch Abzug der Aufwendungen für Sozialversicherungen und Sachkosten näherungsweise ermitteln. Je nach Betreuungsumfang liege dieser in Aachen in den überwiegenden Fällen bei einem Betrag zwischen 1,81 Euro und 2,55 Euro je Stunde je Kind. Dies sei im Jahr 2014 nicht mehr leistungsgerecht. Dies werde durch einen Vergleich mit dem Tarifeinkommen einer Erzieherin bestätigt, wobei allerdings die höhere Qualifikation einer Erzieherin zu berücksichtigen sei.

Gegen das Urteil kann die Stadt Aachen die Zulassung der Berufung beantragen, über die das OVG Münster entscheidet.

Quelle: juris, Rechtsportal, www.juris.de

01.07.2016
Ländermonitor zeigt deutliche Unterschiede auf

Zum neuen „Ländermonitor frühkindliche Bildungssysteme“ der Bertelsmann-
Stiftung erklärte die Bundesvorsitzendes des Bundesverbandes für
Kindertagespflege, Inge Losch-Engler:
„Der neue Ländermonitor liefert aufschlussreiche Zahlen zur Kinderbetreuung,
beschränkt sich aber nur auf die Analyse der Betreuung in Kitas. Die
Kindertagespflege wird in dem Bericht nicht erwähnt, obwohl in Deutschland rund
150.000 Kinder in Kindertagespflege betreut werden.
Anders als bei den Kitas ist in der Kindertagespflege der Betreuungsschlüssel vom
Gesetzgeber bundesweit auf maximal fünf gleichzeitig anwesende Kinder
festgelegt, die einer bestimmten Kindertagespflegeperson zugeordnet sind. Das
Problem, dass bei Krankheit oder Vertretung die Gruppen stark wachsen, kann es
in der Kindertagespflege deshalb nicht geben. Hier hat die Kindertagespflege ein
Alleinstellungsmerkmal.
Der Bundesverband unterstützt die Forderung der Bertelsmann-Stiftung nach
bundeseinheitlichen Qualitätsstandards für die Bildung, Erziehung und Betreuung,
in Kindertagespflege und in Kitas. Mögliche verfassungskonforme Wege dazu sind
bereits in der Studie von Prof. Joachim Wieland aufgezeigt worden“

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15.06.2016
Die eigene Webseite für Ihre Kindertagespflege

Die mit dem Webseitenbaukasten erstellten Webseiten sind sowohl an den formellen Ansprüchen in der Kindertagespflege, als auch an den kommunikativen Ansprüchen junger Eltern ausgerichtet. Der Webseitenbaukasten wurde ich fachlicher Zusammenarbeit mit dem Bundesverband für Kindertagespflege entwickelt.

Für die Zielgruppe junger Eltern, die nach einem Betreuungsplatz für ihre Kinder sucht, hat das Internet in der Informationsbeschaffung einen außerordentlich hohen Stellenwert und es ist wichtig, dass Webseiten auf Smartphone und Tablet PC genauso gut funktionieren, wie am Computer zu Hause. Mit dem Webseitenbaukasten erstellte Webseiten, passen sich automatisch an das jeweilige Gerät an und bieten so ein Nutzererlebnis, wie es die Zielgruppe erwartet.

Um mit dem Webseitenbaukasten Webseiten zu erstellen benötigt man kein Fachwissen. Über einfache Formulare, wie man sie aus Onlineshops kennt, werden Inhalte erstellt und Bilder für die Webseite ausgesucht. Es muss nichts installiert oder programmiert werden.
Dies alles ist inklusive:
- 15 Titelbilder zur Auswahl
- 12 Hintergrundgrafiken zur Auswahl
- 43 Farben und Farbkombinationen
- Logo hochladen oder selbst Textlogo kreieren
- Vorgefertigte Texte zum Aussuchen und Anpassen
- .de-Domain
- Hosting, technische Wartung und Support

Ab sofort können alle Tagesmütter und -väter unter www.webseite-kindertagespflege.de ihre eigene Webseite anmelden. Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Erfolg mit Ihrer Webseite.

30.05.2016
Dokumentation der Fachtagung "Kinder mit Fluchthintergrund in der Kindertagespflege"

Unter den Flüchtlingen die in Deutschland seit 2015 ankommen, befinden sich viele Kinder, die mit ihren Familien ihre Heimat verlassen mussten und in Deutschland Zuflucht gesucht haben. Auch für dieses Jahr ist zu erwarten, dass viele Familien zu uns kommen werden. Sie haben in der Regel kurzfristig alles Vertraute hinter sich gelassen und müssen nun ein neues Zuhause finden. Sie haben vielleicht Krieg und Gewalt erfahren oder gesehen. Sie sprechen nicht die deutsche Sprache und unsere Kultur ist ihnen fremd. Mit dieser Verunsicherung und mit ihren Erlebnissen kommen sie in die Schulen, Kindertageseinrichtungen und in die Kindertagespflege. 

Was heißt das für Kindertagespflegepersonen und wie können sie den Kindern und ihren Familien begegnen? Welche Möglichkeiten der Unterstützung kann die Kindertagespflege leisten und wo sind auch die Grenzen ihrer Möglichkeiten?

Der Bundesverband für Kindertagespflege hat am 29.04.2016 eine Fachtagung zum Thema "Kinder mit Fluchthintergrund in der Kindertagespflege" veranstaltet. Die Dokumentation der Vorträge und Arbeitsergebnisse kann auf unserer Homepage eingesehen werden.

Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren.

Zu dem Themenkomplex sind weitere Materialien zu finden unter
Relevante Themen in der Kindertagespflege

25.02.2016
Urteil des Verwaltungsgerichtes Dresden zur Angemessenheit der laufenden Geldleistung von Tagespflegepersonen

Das Verwaltungsgericht Dresden hat am 24. Februar 2016 über den Antrag eines Tagesvaters in einem Musterverfahren zur Angemessenheit der städtischen Geldleistung für Tagespflegepersonen entschieden. Gegenstand des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens waren Leistungsbescheide seit dem Jahr 2013. Nach der Rechtsauffassung des Gerichtes konnte die Stadt nicht hinreichend plausibel aufzeigen, dass die Höhe der gezahlten monatlichen Geldleistung angemessen ist. Es hat die Bescheide aus diesem Grund aufgehoben. Aktuell liegt der Stadt lediglich der Tenor der richterlichen Entscheidung vor. Danach wird die Stadt verpflichtet, „[…] über die laufende Geldleistung des Klägers unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichtes neu zu entscheiden.“ 

Wie Stadtsprecher Kai Schulz ausführt, wird die Stadt vorbehaltlich der schriftlichen Urteilsbegründung voraussichtlich keine Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen und die laufenden Geldleistungen neu kalkulieren. „Auch wir wollen Rechtssicherheit in dieser sensiblen Frage. Zumal sich das Gericht nicht dazu geäußert hat, ob die gezahlten Geldleistungen zu hoch oder zu niedrig angesetzt sind. Es fehlt allein an der Schlüssigkeit der Begründung“, so Kai Schulz weiter. In den nächsten Tagen wird die Verwaltung deshalb prüfen, ob für eine rechtssichere Neuberechnung der Geldleistungen externer Sachverstand hinzugezogen werden sollte. Dafür sprechen die guten Erfahrungen bei anderen Verfahren. Unter anderem wurde das mittlerweile vom Bundessozialgericht bestätigte schlüssige Konzept für die angemessenen Kosten der Unterkunft in Dresden durch Experten aus der wissenschaftlichen Praxis im Auftrag der Stadt erstellt. 

Die Neuberechnung soll für alle Tagespflegepersonen rückwirkend ab Januar 2016 gelten. 

Lesen Sie mehr in der Pressemitteilung der Stadt Dresden. 

02.02.2016
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes: Betreuungsquote unter 3-jähriger Kinder in fast allen ostdeutschen Kreisen bei über 50 %

In fast allen ostdeutschen Kreisen wurden zum Stichtag 1. März 2015 mehr als 50 % aller Kinder unter 3 Jahren in einer Tageseinrichtung oder in Tagespflege betreut. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, war dies in 68 der insgesamt 77 Landkreise und kreisfreien Städte in den neuen Ländern (einschließlich Berlin) der Fall. 

Die bundesweit höchsten Betreuungsquoten für Kinder unter 3 Jahren gab es in Sachsen-Anhalt: An der Spitze lag der Landkreis Börde mit 63,1 %, gefolgt vom Landkreis Jerichower Land (62,9 %). Die bundesweit geringste Betreuungsquote wies der Landkreis Berchtesgadener Land in Bayern mit 13,0 % auf. 

Bei den Kindern im Alter von 2 Jahren hatten alle 77 ostdeutschen Kreise eine Betreuungsquote von mindestens 77 %. Dieser Wert wurde in Westdeutschland nur von 11 der insgesamt 325 Kreise erreicht. Den höchsten Anteil an 2-jährigen Kindern in Kindertagesbetreuung an allen Kindern in diesem Alter gab es in der Stadt Brandenburg an der Havel (98,8 %). 

Bei den 1-jährigen Kindern lag in den ostdeutschen Landkreisen und kreisfreien Städten die Betreuungsquote Anfang März 2015 in fast allen Kreisen (in 76 von 77 Kreisen) bei mindestens 50 %, dagegen gab es angeführt von Heidelberg (60,2 %) nur fünf westdeutsche Städte mit einer entsprechend hohen Quote. Die bundesweit höchste Quote bei den 1-jährigen Kindern wies die Stadt Frankfurt (Oder) mit 83,9 % auf. 

Eine geringe Rolle spielte die Betreuung von Kindern unter 1 Jahr. Hier lag die Betreuungsquote in den neuen Ländern bei 4,1 % und im früheren Bundesgebiet bei 2,3 %. 

Gegenüber der Anzahl der betreuten Kinder in Kindertagespflege in 2014 ist ein Anstieg von insgesamt 1299 zu verzeichnen. Gleichzeitig ging die Anzahl der tätigen Kindertagespflegepersonen um 753 zurück. 

Diese und weitere Informationen zur Kindertagesbetreuung gehen aus der gemeinsamen Veröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder „Kindertagesbetreuung regional 2015“ hervor, die Daten zur Situation der Kindertagesbetreuung in allen 402 Stadt- und Landkreisen in Deutschland zur Verfügung stellt. Die Publikation steht auf den Internetseiten des Statistischen Bundesamtes zum Download bereit. Sie enthält neben den Betreuungsquoten der Kinder unter 3 Jahren Ergebnisse zur Tagesbetreuung der Kinder zwischen 3 bis 5 Jahren. Weiter werden Daten zur Ganztagsbetreuung von Kindern bis 5 Jahren dargestellt. Außerdem gibt es Informationen zu Kindern in Kindertagesbetreuung, die einen Migrationshintergrund haben, bei denen also mindestens ein Elternteil aus dem Ausland stammt. Grundlage für die Quotenberechnungen sind Daten der Bevölkerungsfortschreibung zum 31.12.2014 auf Basis des Zensus 2011.

Hier geht's zu den aktuellen Zahlen:

Kinder und tätige Personen in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege am 01.03.2015

Kindertagesbetreuung regional 2015

26.01.2016
Pressemitteilung: Bundesqualitätsgesetz ist rechtlich möglich

In der Bundespressekonferenz wurde von AWO, GEW und Caritas ein Rechtsgutachten von Prof. Dr. Joachim Wieland vorgestellt, worin er aufzeigt, dass es verschiedene verfassungskonforme Wege gibt, mit denen der Bund Qualitätskriterien für eine hochwertige Kinderbetreuung durchsetzen könnte. Der Bundesverband für Kindertagespflege hat dazu eine Pressemitteilung herausgegeben.

Lesen Sie hier mehr zu den Hintergründen.

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