Beratung der Eltern

Welche Informationen sind für Eltern wichtig?

 Eltern sind besorgt, ob es ihren Kindern in der Kindertagespflege gut gehen wird und ob sie sie guten Gewissens einer Tagesmutter oder einem Tagesvater überlassen können. Dazu ist für Eltern wichtig zu wissen, dass jemand, der Kinder betreuen möchte, eine Pflegeerlaubnis braucht und mit welchen Auflagen diese verbunden ist (Führungszeugnis, Gesundheitsnachweis, Erste-Hilfe-Kurs). Vertrauen vermittelt darüber hinaus die Information, dass der Haushalt der Kindertagespflegeperson begutachtet wurde und auf Sicherheit und Hygiene geachtet wird. Zudem ist beruhigend zu wissen, dass die Kindertagespflegeperson eine Haftpflichtversicherung hat und die Kinder unfallversichert sind, für den Fall, dass ihnen etwas passiert. Vielen Eltern ist die Ernährung ein wichtiges Anliegen. Dazu ist es hilfreich, wenn Sie bei der Vermittlung bereits darüber Auskunft geben können, welche Ernährungsgewohnheiten in der zukünftigen Kindertagespflegestelle vorherrschen. Nicht zuletzt brauchen Eltern die Informationen über die Lage, die Ausstattung und die Öffnungszeiten sowie eine Antwort auf die Frage, wie die Vertretung geregelt wird, wenn die Tagespflegeperson einmal krank oder im Urlaub sein wird.

Neben den formalen Informationen sollten Eltern darauf hingewiesen werden, wie bedeutsam für das Wohlbefinden des Kindes eine gut gestaltete Eingewöhnungszeit ist und wie viel Zeit sie dafür einplanen sollten. 

 

Was wollen Eltern im Hinblick auf ihre Kinder?

 Eltern wollen natürlich nur das Beste für ihr Kind! Was das genau heißt, kann individuell sehr unterschiedlich sein. Natürlich soll sich das Kind bei der Tagesmutter / dem Tagesvater wohl fühlen. Es soll sicher und gesund aufwachsen und viel lernen. Der Begriff „Bildung“ ist auch Eltern nicht fremd und sie möchten optimale Startchancen für ihr Kind und sein späteres Leben vorfinden. Manchmal erhoffen sich Eltern auch mehr an pädagogischem Programm, als der Entwicklungsstand des Kindes erlaubt. Oder aber, sie fürchten, dass ihr Kind zu schnell selbstständig und erwachsen werden könnte, wenn es in der Kindertagespflegestelle intensiv gefördert wird. Die Vielfalt von Informationen über kindliche Entwicklung in Form von Fachliteratur und Gesprächen schafft da häufig eher Verwirrung als Klarheit. Hier brauchen Eltern manchmal Unterstützung durch Fachberatung. Auch sie haben darauf ein Recht. Sie als Fachberaterin/Fachberater sind die kompetente Ansprechperson.

 

Welche Rollenverständnisse gibt es?

Mütter und Väter erwarten von der Kindertagespflegeperson Vielfältiges: Sie soll den Alltag gut organisieren und das Kind gut betreuen und fördern. Sie soll sich dem Kind liebevoll zuwenden, es bei kleinerem oder größerem Schmerz trösten und in den Schlaf begleiten. Sie wird eine enge Beziehung zum Kind aufbauen und mit ihm viele Stunden des Tages verbringen – vielleicht sogar mehr, als die Eltern selbst. Diese intensive Beziehung kann für Eltern manchmal belastend sein. Es beschäftigt sie dann manchmal die Frage: „Hat mein Kind die Tagesmutter / den Tagesvater lieber als mich?“ Hier brauchen Eltern die Sicherheit, dass die Tagespflegeperson dem Kind so viel Zuneigung geben wird, wie es benötigt, andererseits ihnen aber das Kind nicht entfremden wird. Das ist professionelles Handeln.

Vielleicht fühlen sich Mütter oder Väter auch als die „schlechteren“ Eltern, weil sie berufstätig sind und nicht so viel Zeit mit ihrem Kind verbringen. Es kann auch sein, dass sie sich als die „besseren“ Eltern fühlen, weil sie Berufstätigkeit und Familie unter einen Hut bringen, während die Tagespflegeperson „nur“ zuhause ist. Solche, meist nicht bewussten, Gedanken können das Tagespflegeverhältnis belasten. Hier ist es hilfreich, eine Gesprächskultur zu entwickeln, die es ermöglicht, auch solche Themen zu besprechen. Die Fachberatung kann dabei hilfreich unterstützen.

 

Was erleichtert die Zusammenarbeit?

 Um zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zu kommen, sind regelmäßige Gespräche und Verabredungen nötig. Eltern und Tagespflegepersonen sollten sich als Erziehungspartner betrachten, die im Interesse des Kindes alles dafür tun, eine harmonische Beziehung zu leben. Dazu gehört Toleranz und Respekt voreinander sowie die Akzeptanz unterschiedlicher Lebensgewohnheiten und Einstellungen. Sie sollten immer mal wieder hinterfragt und überprüft werden. Sollte es einmal zu Meinungsverschiedenheiten oder Konflikten kommen, sollten diese möglichst rasch geklärt und beseitigt werden. Hier ist manchmal die Unterstützung von Außenstehenden, insbesondere die Fachberaterin oder der Fachberater vonnöten. Sollte es zu schwerwiegenden Problemen kommen, die nicht lösbar erscheinen und die Vertrauensbasis stören, kann es manchmal unausweichlich sein, auch ein Tagespflegeverhältnis zu beenden und sich zu trennen. Dies sollte im Interesse des Kindes geordnet und mit einer entsprechenden Verabschiedung erfolgen.